Kulturwandel
Im Alltag erfahren wir oft wie sich vertraute Muster z. B. in unserem Selbstkontakt oder Umgang mit anderen wiederholen. Meist bemerken wir dies aber erst, wenn wir erneut erleben, was wir eigentlich nicht mehr wollten. Eine Lebenspraxis der Anbindung, Erdung und Verbindung kann uns hier helfen, uns zu erinnern, mehr Bewusstsein und Herzenswärme einzuladen. Darin bauen wir wieder Kontakt zu uns selbst auf und verbinden uns mit dem, was wir wirklich wollen. So treffen wir auch nach und nach bewusster Entscheidungen, die nachhaltig gut für uns sind und zudem zu einer neuen Kultur der Verbundenheit beitragen. Eine bewusste Beziehung zu uns selbst ermöglicht uns auch in der Beziehung zu anderen mehr echten Kontakt, Verbindung und Verständnis zu erfahren.
Eine regelmäßige Körper- und Meditationspraxis, wie im Yoga, kann uns hier stark unterstützen. Ebenso wie das, was uns in unserem Leben am meisten begeistert, in unserem Beruf zu leben. Zudem kann die Orientierung an den natürlichen Lebensprozessen in der Kultur des Miteinanders und der Gestaltung der Umgebung an unserem Lebensort unser aller Wohlbefinden und unsere Entwicklung sehr positiv beeinflussen. Meine Angebote hier laden dazu ein, uns gemeinsam zu stärken und unser Zuhause, die Erde, nachhaltig lebensprozessförderlich zu gestalten! Bist du dabei?
Liebevoller, wacher Selbstkontakt
Im Yoga verbinden wir uns im Hier und Jetzt mit uns selbst. In dieser Zeit nehmen wir unseren Selbstkontakt stärker wahr und können ihn liebevoller gestalten. Wir erfahren den Zustand unseres Geistes in der Meditation, spüren unseren Körper im Dehnen und Stärken unserer Mitte, des Beckenbodens und der Haltemuskulatur. Wir lassen inneren Bewegungen und Gefühlen Raum und kommen so tiefer mit unserem Herzen und uns selbst in Kontakt
Eine Praxis, die uns innere Ruhe, Gelassenheit und Aufrichtung schenken kann.
Die Übungen werden für eine gesunde Ausrichtung deines Körpers präzise und für Anfänger wie Fortgeschrittene nachvollziehbar und traumasensibel angeleitet und gezeigt. So kannst du in deinem eigenen Rhythmus und Tempo in Verbindung mit dir selbst bleiben und viel Raum und Zeit für dich genießen.
Ankommen, eintauchen. Kraft tanken.
Dich selbst wieder spüren und tief entspannen.
Körper, Geist und Herz kommen zur Ruhe.
Du erfährst dich in deiner Kraft, Sanftheit und Präsenz.
NÄCHSTER KURSSTART im Herbst 2026
14tägig 120 Min jeden „geraden“ Mittwoch um 19 -21 Uhr
Einstieg jederzeit möglich. Probestunde einmalig kostenfrei!
Kurs 6x 120 Min für 130 €. Von den Krankenkassen zu 80-100% gestützt. Einzeltermine DROP IN 25 €
Berufungsfindung
Weißt du, was dich am meisten begeistert und berührt im Leben?
Wo deine Stärken liegen und was deine Werte sind?
Wenn wir immer mehr tun, was wir lieben und wirklich wollen, erfahren wir echtes Glück und wahre Erfüllung in unserem Beruf, da wir unserer Berufung, unserem inneren Leuchtturm folgen.
Deinem innersten Ruf folgen – leben, wofür du hier auf der Welt bist.
Aus eigener Erfahrung, integraler Perspektive und mit vielen praktischen Tools begleite ich dich dabei, dir selbst und dem Ruf in deinem Leben näher zu kommen.
Lebensorte entwicklungsförderlich gestalten
Sehnst du dich auch nach einem Zuhause, wo du dich willkommen und wohl, unterstützt und verstanden fühlst?
Hast du Lust deinen eigenen Lebensort so zu gestalten, dass dies möglich ist?
Oder möchtest du gar daran mitwirken, einen gemeinschaftlichen Lebensort neu zu gründen, wo wir in Würde landen, leben, lieben, erblühen, gebären und sterben können?
Einen Ort
zum einfach SEIN,
natürlich REIFEN
und lernen,
einander SEHEN,
unterstützen,
VERTRAUEN
und lieben.
Wie das möglich werden und konkret aussehen kann, erfährst du im folgenden Text. Dein Feedback, deine Fragen, deine Kontaktaufnahme dazu sind mir herzlich willkommen!
Ein Ort der Liebe
Schon sehr lange fasziniert mich zutiefst, wie wir in Verbundenheit von Körper, Herz und Geist leben können, wie Seele und Körper -die innere Entwicklung und die äußere Welt- zusammenwirken und dass der lebende Organismus sowohl auf seine Umgebung antwortet als auch auf sie einwirkt und wir so in einer beständigen Co-Kreation aufwachsen und und unser Leben mit gestalten. Diese Begeisterung ist die Quelle meines Anliegens: einen Ort der Liebe und des Mitgefühls zu gestalten und unseren Kindern zu hinterlassen, einen Ort, der unserer Entfaltung und dem Leben auf der Erde wirklich dient. Einen Ort, an dem wir von Anfang an in Verbindung mit uns selbst bleiben und da heraus natürlich reifen können.
Stell’ dir vor, eine Gruppe von Menschen legt ihren Fokus im Zusammenleben auf das natürliche Lernen, innere Wachsen und gemeinsame Kreieren einer Umgebung, die die Lebensprozesse fördert, d. h. für alle Bedürfnisse, das Heranwachsen der Kinder und Nachreifen der Erwachsenen förderlich ist. Hierfür lassen sie die neuesten Erkenntnisse der neurobiologischen, entwicklungspsychologischen, sozialen und ökologischen Forschung in die Gestaltung des Ortes mit einfließen und wirken durch die gegenseitige Unterstützung im inneren Wachstum auch an einem Wandel der Gesellschaft hin zu einer Kultur der Verbundenheit mit – einer Kultur, die sich in einer tiefen Menschlichkeit und Achtsamkeit im Umgang mit allen Lebewesen und der Erde selbst zeigt.
Wärst du dabei?
Stell’ dir vor, unsere Kinder, Enkel und Urenkel wachsen in einer Umgebung auf, in der sie von Anfang an wirklich gesehen werden – als die, die sie wirklich sind und mit dem, was sie tatsächlich gerade brauchen. Welch’ Potential könnten sie als Menschen entfalten, wenn sie in den ersten Lebensjahren respekt- und verantwortungsvoll begleitet und in ihren authentischen Entwicklungsbedürfnissen fürsorglich beantwortet werden – in einer Umgebung, die ihnen erlaubt im ureigenen Rhythmus und Tempo heran zu reifen und so ihr tiefstes menschliches Potential zu entwickeln: tiefes Mitgefühl und hohes Selbstbewusstsein und Verantwortungsgefühl für alles Leben auf der Erde.
In Verbundenheit zu leben heißt eines der wichtigsten Lebensprinzipien anzuerkennen: das Streben eines jeden Wesens nach Verbindung. Indem wir uns selbst und anderen mit Mitgefühl und Neugierde begegnen, erleben wir, wie die uns innewohnende Lebenskraft durch die Erfahrung von Geborgenheit und echtem Interesse ganz natürlich zur Reifung führt. Im Zentrum dieser Kultur steht dabei das Wahren und Respektieren von Lebensprozessen.
D. h. einerseits, dass sich die Erwachsenen darauf ausrichten, sich selbst, die Kinder und einander mit dem Herzen tiefer zu sehen und zu unterstützen – in wachsendem Vertrauen in das Leben, uns selbst und zueinander. Hierin gehen wir z. B. davon aus, dass es immer einen wirklich guten Grund für unser Handeln gibt und somit auch jede*r so wie sie*er ist genau richtig ist. Zudem verbinden wir uns wieder mehr mit der Natur (in uns und um uns herum) und greifen selbst nur so wenig wie nötig in die Lebensprozesse direkt ein – in einer Haltung tiefen Vertrauens in die innere Organisation und Autonomie des Organismus jeden Wesens.
Andererseits braucht es dafür eine lebensprozessförderliche Umgebung, in der wir Menschen unserem Wesen entsprechend, selbstbestimmt in Verbindung mit uns selbst leben und unsere Kinder zudem in einer liebevoll klaren Begleitung der Erwachsenen heranreifen können. Die konkrete Umgebungsgestaltung und erforderliche Begleitung gestaltet sich in jeder Entwicklungsetappe von uns Menschen anders. Rebeca Wild hat dazu ihr Leben lang geforscht.
Eine lebensprozessförderliche Umgebung unterstützt die Erfüllung der authentischen Entwicklungsbedürfnisse und so die natürliche Reifung und Entfaltung der Menschen vor Ort. Authentische Entwicklungsbedürfnisse sind (nach Dr. L. Heller) biologisch bedingte Kernbedürfnisse nach Kontakt, Einstimmung, Vertrauen, Autonomie und Liebe. Wenn diese in dem Alter, wo wir noch abhängig von unseren Bindungspersonen sind, angemessen von den Erwachsenen beantwortet werden, bilden wir jene Kernfähigkeiten aus, die uns ermöglichen, tiefe Menschlichkeit zu leben und unser höchstes Potential zu entfalten.
Ich möchte gern Lebensorte darin unterstützen bzw. einen eigenen Lebensraum gestalten, in dem die Bewohner*innen und Gäste in einer Kultur der Verbundenheit in einer lebensprozessförderlichen Umgebung in Würde landen, leben, lieben, erblühen, gebären und sterben können. Ein Ort, wo sich jede*r willkommen und wohl fühlt, mehr in der Gegenwart und bei sich selbst ankommt, ein respektvolles Miteinander erlebt, Lebendigkeit, Natürlichkeit und Naturverbundenheit erfährt und die eigene und regionale Entwicklung fördert – sowohl durch gegenseitige Unterstützung im Alltag, ein Leben im Einklang mit der Natur und Vernetzung mit Nachbarn und anderen Orten in der Gegend als auch (wenn gewünscht) durch die Veranstaltung und Teilnahme an Camps, Seminaren, Festen und Heilzeiten vor Ort.
“Menschsein bedeutet, dass wir Lebewesen sind, die reifen, wenn wir unsere Hände in einer Weise gebrauchen und… gleichzeitig fühlen, denken und sagen, was sie tun.” Rebeca Wild
Eine lebensprozessförderliche Umgebung
Eine lebensprozessförderliche Umgebung als auch eine dem Reifealter angemessene (elterliche) Begleitung sind grundlegend, um die biologischen Entwicklungsbedürfnisse von uns Menschen zu erfüllen und somit unser volles menschliches Potential entfalten zu können. Die verschiedenen Merkmale jedes menschlichen Reifestadiums stellen sowohl an die Begleitung als auch die konkrete Umgebungsgestaltung unterschiedliche Anforderungen. Rebeca Wild’s Lebenswerk war die Erforschung dieses Zusammenspiels. Ein paar Auszüge aus ihrem Buch “Entwicklungsetappen” sollen hier veranschaulichen, wie eine lebensprozessförderliche Umgebung an einem Ort der Liebe aussehen könnte.
Die Begleitung der Kinder im senso-motorischen Alter (0 – 3 Jahre) ermöglicht das freie, nicht angeleitete Spiel der Kinder, vorzugsweise in der Natur. Die Erwachsenen vertrauen, beobachten, sorgen für Sicherheit (im Außen und in Konflikten), begleiten Frustration klar und liebevoll und beziehen die Kinder in Alltagstätigkeiten ein. Denn in dieser Zeit entdecken die Kinder mit den Händen die Welt. Die Interaktion mit der Wirklichkeit ist von den authentischen Bedürfnissen nach Kontakt, Einstimmung, Vertrauen und Autonomie geleitet. Das Urvertrauen und Bindungsverhalten entwickelt sich. Es geht um Laufen und Sprechen lernen und Ordnung verinnerlichen. Durch das einfühlsame Erfüllen der Entwicklungsbedürfnisse wird letztlich das zutiefst menschliche Potential aktiviert.
Dafür braucht es in der Umgebung Naturmaterialien wie Sand, Wasser, Erde, Steine, Stöcke, Stämme, Pflanzen. Zudem noch Kuschelplätze, Matten, Klettergerüste, Rutschen, Schaukeln, kindgerechte Alltagsgegenstände zum Nachahmen von „Erwachsenen Tätigkeiten“ (Lappen, Besen, Besteck, Schere, Eimer, Schaufel etc.) und die Möglichkeit am Erwachsenendasein in der Familie (Ordnung halten, Tiere füttern, Kochen, Versorgung anderer) teilzuhaben – sowie Räume, die bewegungsfreundlich und sicher sind.
Im prä-operativen Alter (3 – 7 Jahre) ist wichtig, dass die erwachsenen Begleiter*innen ihre Sprache achtsam und konkret nutzen. Erklären kann oft die direkte Erfahrung zerstören. Moralisieren verhindert Mitgefühl. Naturerfahrungen sind zentral. Die Lust an komplexen Bewegungen steigt. Sie brauchen weiter die Möglichkeit zur Nachahmung. Autonome Aktivitäten und immer wieder Körperkontakt wechseln sich ab. Neben der Ausdifferenzierung der Sinne, Sprache und Bewegung entwickelt sich das Fühlen als zentrale Qualität – insofern die Kinder eine Begleitung erfahren, die ihre Gefühle willkommen heißt und sie darin unterstützt zu verstehen, was sie ihnen mitteilen wollen. Das Bedürfnis nach Liebe -in Verbindung mit dem eigenen Körper- und das Bedürfnis zu spielen, intensiviert sich. Neue senso-motorische Erfahrungen ermöglichen einen zunehmend feinfühligen und vielfältigen Kontakt mit der Umwelt.
Daher wird diese wie bisher gestaltet. Dazu kommt noch Lehm, Holz, Feuer, Wind, Ton, Wolle etc.. Konkrete, didaktische und Sinnesmaterialien (z. B. nach Montessori) unterstützen den Wunsch nach Strukturierung des Erlebten. Es braucht niedrige Tische/Arbeitsplätze (Küche, Werkstatt), Apparate/Geräte zum Experimentieren. Und Rituale, kleine Regale, Musikinstrumente, Kuschelecken, komplexere Klettermöglichkeiten, Platz zum Rennen, Toben, Klettern, Springen, Balancieren, Drehen, Hängen. Weitere Möglichkeiten Erwachsene zu beobachten und nachzuahmen (Gartenarbeit, Handarbeit, Handwerk,). Ein eigener kleiner Bereich, der nur dem Kind gehört (zu Hause), Raum für direktes und indirektes Rollenspiel. Insgesamt eine entspannte Umgebung mit wenig Stimuli und offenen, zugewandten Erwachsenen.
Im operativen Alter (7 – 14 Jahre) unterstützen die erwachsenen Begleiter*innen die Kinder weiter respektvoll in ihren Bedürfnissen und schaffen eine anregende interessante Umgebung – für sie und sich selbst. Sie gehen respektvoll und ohne Agenda in Kontakt und verbinden sich darin mit sich selbst, mit ihren eigenen Gefühlen und Gedanken. Sie schaffen gemeinsam Regeln und geben die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen. In diesem Reifestadium wollen Regeln und Gesetzmäßigkeiten nämlich selbst ausgedacht und ausprobiert werden. Das Vertrauen in die eigene Wahrnehmung und zur selbstständigen Reflexion entwickelt sich. Die Qualitätserfahrungen des vorangegangenen Reifestadiums werden weiter vertieft und in (immer wieder auch neue) Beziehung gesetzt. Die eigene Logik entsteht, immer noch basierend auf dem Erleben, Fühlen und Begreifen der Umwelt und führt zum Erkennen von Zusammenhängen und Gesetzmäßigkeiten. Die sensomotorische Interaktion mit der Umwelt ist weiter von Innen her geleitet. Wohl- und Schmerzgefühle ermöglichen das Spüren von stimmigen oder unstimmigen Situationen, sowie den Abgleich mit persönlichen echten Bedürfnissen.
Die Umgebung wird daher weiterhin mit natürlichen Materialien wie bisher gestaltet und zudem werden viele Experimentiermöglichkeiten, z. B. in Werkstätten, gegeben. Die Erwachsenen sorgen vor allem für eine entspannte Umgebung – ohne Regellosigkeit, Unordnung, Aggression und Durcheinander im Miteinander.
Im Jugendalter (14 – 24 Jahre) haben die Erwachsenen nur noch eine beratende Funktion und teilen ggf. ihre Gefühle mit (Ich-Perspektive). Sie zeigen ihre Bereitschaft zum Gespräch – jederzeit (Fremdbestimmung adé!). Denn hier geht es um die Frage: Wer bin ich (in dieser Welt?). Antworten auf diese Frage werden im Kontakt mit anderen Erwachsenen gesucht. Die Sprache wird intensiv entwickelt. Es geht um die Entwicklung sozialer Kompetenzen in der sprachlichen Entwicklung. So reifen echte menschliche Qualitäten wie die respektvolle Beziehung zum eigenen Körper und zu anderen, der Kontakt zur eigenen Gefühlswelt, Selbstreflexion mit Gefühl, vernetztes Denken u. v. m.. Reden und Handeln sind im Einklang und kohärent. Verbinden, fühlen, nachdenken, Reflexion, Entscheidung – ein einfacher Prozess. Die Jugendlichen wollen ihre Fähigkeiten in der Welt ausprobieren und entscheiden autonom. Spielen, singen, musizieren, Sport, Theater, abenteuerliche Ausflüge usw. unterstützen sie dabei.
In der Umgebung werden daher Ruhe-Oasen/Meditationsräume, Sessel, Sofas, Hängematten, Hängesessel, eine Bibliothek vorbereitet und möglichst auch die Präsenz von Menschen mit spannenden Biografien/Berufen/Kompetenzen (z. B. internationalen Gästen) und neben der Erkundung von Naturräumen auch die anderer interessanter Umgebungen (Reisen, Ausflüge) ermöglicht.
Das unbegrenzte menschliche Potential zeigt sich besonders in der Fähigkeit, sich auch als Erwachsene (> 24 Jahre) ein Leben lang weiter zu entwickeln. Erwachsene haben ein echtes Bedürfnis geistig zu wachsen. Wie Kinder dürfen sie sich dafür wieder dem Unbekannten öffnen. Sie können in Selbstreflexion erkennen, wie sie Sprache benutzen oder nicht aus einer Erwachsenenreife heraus sprechen und handeln. Sie können ihre jüngeren Gehirnstrukturen (Präfrontallappen) mit allen anderen neurologischen Strukturen verbinden. Langsamkeit, Bewusstheit und Achtsamkeit werden dann das Handeln und Sprechen bestimmen. Wie bisher, sind spontane Interaktionen mit der Umwelt der Schlüssel zur Reifung.
Die Umgebung wird daher wie bisher gestaltet. Zusätzlich hat aber jeder Erwachsene einen eigenen Raum für sich und es gibt je einen Raum für Meditation/Yoga/Rituale, Tanzen/emotionale Entladung, Kuscheln/Massage/Sharing und Liebesinseln, Natur Ritualplätze (wie Lagerfeuerplatz, Schwitzhütte) Reinigungsräume (wie Sauna, Badesalon), Männer- und Frauenorte, Bühne, Werkstätten, Ateliers, Festräume etc..
Eine lebensprozessförderliche Umgebung unterstützt also auch Erwachsene dabei nach zu reifen, zu erwachen und wirklich erwachsen zu werden. D. h. sie wirkt an sich schon heilsam. Und gleichzeitig bleibt die Heilung der Erwachsenen in deren Selbstverantwortung.
Bedürfnisorientierte Vereinbarungen
Neben der vorbereiteten Umgebung braucht es auch Vereinbarungen im Miteinander, die unsere Kernbedürfnisse bejahen und so die größtmögliche Entfaltung des jedem Menschen inne liegenden Potentials fördern.
Die Phrasen am Anfang der folgenden Abschnitte beschreiben kurz das jeweilige Entwicklungsbedürfnis nach Dr. L. Heller, worin mit Eltern die primären Bindungspersonen gemeint sind. Sie dienen der Orientierung, wohlwissend, dass nur wenige von uns unter diesen optimalen Bedingungen aufwachsen konnten. Daher richten wir Erwachsene uns im Miteinander auch zuallererst auf Verständnis und Mitgefühl aus und üben uns im Wissen um unsere eigenen Entwicklungstraumata nicht nur in Toleranz und Gelassenheit, sondern erwarten Trigger im Miteinander sogar. D. h. wir räumen (selbst-)fürsorglich im Alltag immer wieder Zeit für Feedback, Reflexion und Austausch miteinander ein. Das spiegelt sich in der Pflege positiver Beziehungen untereinander und einer natürlichen Feedbackkultur wider.
Kontaktbedürfnis-orientierte Vereinbarungen
Wenn unser Kernbedürfnis nach Kontakt erfüllt wird, in dem wir in unserem ersten Lebensjahr (inkl. der Zeit im Mutterleib) von unseren Eltern, die in gutem Selbstkontakt mit sich sind, körperlich achtsam berührt und gehalten werden (stimmige körperliche Nähe, Wärme und Geborgenheit erfahren), entwickeln wir die Kernfähigkeit, in Verbindung mit unserem Körper und unseren Gefühlen zu sein und die Fähigkeit zu wirklichem Kontakt mit anderen Wesen.
Daher richten wir uns auf einen respekt- und liebevollen Kontakt mit uns selbst und miteinander aus. Das heißt z. B., dass wir versuchen, auf die Kontaktbereitschaft unseres Gegenübers zu achten (siehe auch G. Neufeld, der Bindungstanz), statt jemanden z. B. einfach zu unterbrechen. Außerdem nehmen wir uns genug Raum und Zeit für Selbstkontakt und für ungeteilte Aufmerksamkeit füreinander und vereinbaren im Alltag dafür klare Zeiten.
Einstimmungsbedürfnis-orientierte Vereinbarungen
Wenn unser Kernbedürfnis nach Einstimmung erfüllt wird, entwickeln wir die Fähigkeit unsere eigenen Bedürfnisse und Gefühle wahrzunehmen und psychisch und emotional Nährendes zu erkennen, aufzusuchen und in uns aufzunehmen. Das geschieht, in dem wir in den ersten zwei Lebensjahren erfahren, wie sich unsere Eltern auf uns einstimmen und dadurch unsere Bedürfnisse erkennen, geeignet beantworten, unsere Gefühle mitfühlen und uns helfen ihre Botschaft an uns zu verstehen.
Für diesen Reifeprozess kreieren wir Schutz- bzw. Entfaltungsräume für jedes authentische Entwicklungsbedürfnis (= vorbereitete Umgebung) und unterstützen uns gegenseitig dabei, unsere Bedürfnisse und die der Kinder wahrzunehmen und selbstverantwortlich zu erfüllen – in wohlwollendem Respekt, d. h. wir schauen nach einer Lösung, in der die Beantwortung eines Bedürfnisses kein anderes stört. Dafür treffen wir uns im Alltag in kleineren Sharing-Gruppen zu gegenseitiger Unterstützung. Hier schauen wir auch regelmäßig zu unseren Kindern, um ihre aktuellen Entwicklungsbedürfnisse erkennen und gut beantworten zu können. Wir teilen da auch, was wir selbst konkret brauchen, z. B. wenn wir in Not kommen. Außerdem achten wir darauf, dass wir unseren Bedürfnissen auch nur in den dafür geeigneten Räumen Raum geben. Zum Schutz des Lebens tolerieren wir also nicht jedes Verhalten in jedem Kontext. Wenn z. B. deutlich ist, dass Kinder Bewegung brauchen, dann begleiten wir sie dafür raus auf die Spielwiese oder in den Bewegungsraum, statt sie z. B. im Stillezimmer Fanger spielen zu lassen usw..
Vertrauensbedürfnis-orientierte Vereinbarungen
Wenn unser Kernbedürfnis nach Vertrauen dadurch erfüllt wird, dass uns unsere Eltern respekt- und liebevoll behandeln und wir uns auf sie verlassen können (Sicherheit in der Beziehung erfahren), entwickelt sich unsere Kernfähigkeit zu einem gesunden Vertrauen in andere Menschen und zum Zulassen einer gesunden, wechselseitigen Abhängigkeit voneinander.
Dafür leben wir in Gleichwürdigkeit (J. Juul) miteinander. D. h. sowohl, dass wir einander – unabhängig von einem möglichen Verantwortungsgefälle – auf Augenhöhe begegnen, als auch, dass wir Transparenz bzgl. Verantwortung, Macht und Finanzen und klare, für alle nachvollziehbare, verlässliche Strukturen im Zusammensein schaffen. Wir wählen zudem eine Rechtsstruktur, die soweit wie möglich unsere innere Haltung widerspiegelt. Welche also Selbstverantwortung, Mitbestimmung, gegenseitige Verlässlichkeit als auch klare Austrittsregelungen beinhaltet.
Autonomiebedürfnis-orientierte Vereinbarungen
Wenn unser Kernbedürfnis nach Autonomie dadurch erfüllt wird, dass wir von unseren Eltern in unserem Selbstausdruck gesehen und unseren Grenzen respektiert werden, und wir unseren Willen dadurch als etwas Kraftvolles erfahren, dass wir Raum für autonome Erfahrungen bekamen, entwickeln wir die Kernfähigkeit angemessene Grenzen zu setzen, Nein zu sagen und uns ohne Angst und Schuldgefühle auszudrücken.
Um unser aller Bedürfnis nach Selbstausdruck, Authentizität und Eigenständigkeit zu beantworten, steht generell im Zentrum des Ortes, dass wir jede*n in ihrer*seiner ureigenen Begeisterung sehen, unterstützen und sein lassen. Zudem soll es einerseits mehrere Räume für kreativen Ausdruck vor Ort geben und unsere Kinder die Möglichkeit haben, da, wo sie möchten, mitzumachen und im geeigneten Rahmen mitzugestalten. Andererseits beruht (fast) all unser Tun auf Freiwilligkeit und lässt immer Raum für ein ‘Nein’ zu.
Liebesbedürfnis-orientierte Vereinbarungen
Wenn unser Kernbedürfnis nach Liebe und Sexualität dadurch erfüllt wurde, dass unsere Liebe bei unseren Eltern landen konnte und erwidert wurde, dass wir uns in unserer Liebe ausdrücken durften und uns in unserer Körperlichkeit entdecken durften, dann entwickeln wir unsere Kernfähigkeit, mit einem offenen Herzen zu leben und liebevolle Beziehungen mit einer lebendigen Sexualität verbinden zu können.
Dafür wollen wir uns einerseits darin üben, einander wertschätzend und liebevoll zu begegnen, uns regelmäßig beieinander (und der Natur etc.) zu bedanken und miteinander zu feiern, als auch Männer-, Frauen- und diverse Kreise, sowie (tantrische) Forschungsräume zwischen dem Männlichen und Weiblichen in uns, Initiationsriten für junge Frauen und Männer als auch alltägliche Liebes- und sinnliche Körper-Räume leben und zelebrieren.
Andererseits möchten wir die Intimsphäre jedes Menschen zutiefst respektieren, sehr wachsam mit dem Gefühl der Scham in uns umgehen, unsere Wahrnehmungsfähigkeit weiter verfeinern und uns einer Praxis verpflichten, in der wir immer mehr lösen, was uns in den Weg kommt, um mit offenem, weichen Herzen klar und gelassen (erwachsen) da zu sein.
“…kam ich zu dem Schluss, dass wir Menschen die Möglichkeit haben, durch unseren langen Entwicklungsprozess alles so vorzubereiten, dass wir als Brücke zwischen allen Lebensebenen dienen können, von der materiellen über die pflanzliche, die tierische bis hinauf zur menschlichen Ebene, mit ihrer Fähigkeit liebevoll und kreativ zu sein. Dieser Prozess betrifft zuerst unser eigenes Sein und manifestiert sich nach und nach in unserem näheren und weiteren Umfeld mit dem Ziel, der menschlichen Berufung gerecht zu werden, die Lebensqualität auf unserem Planeten zu verbessern.”
(R. Wild, Entwicklungsetappen. S. 138)
